Caroline Stotz-Meyer

Praxis für Physiotherapie
Caroline Stotz-Meyer
Kurfürstenstr. 27
10785 Berlin

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Fax: (030) 26 36 66 57
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News

„Immer in Bewegung bleiben“

„Was kann ich mit einem neuen Gelenk alles machen?“, war eine der zentralen Fragen aus dem Publikum bei der Patienteninformationsveranstaltung in der Weidener Max-Reger-Halle. Vier Chefärzte der Asklepios Orthopädischen Klinik Lindenlohe standen dem Publikum zwei Stunden lang Rede und Antwort. Das Spektrum der vier Vorträge bildete die Themen Sportmedizin, Rückenschmerz, Anästhesie und Gelenkersatz ab.

„Alles, was Sie vorher auch machen konnten“, beantwortete Prof. Dr. Heiko Graichen, Ärztlicher Direktor und Chefarzt für Allgemeinorthopädie, Rheumaorthopädie und Endoprothetik die Eingangsfrage. Abhängig sei das natürlich vom biologischen Alter des Patienten, von Diagnose und Befund, der Qualität und dem präzisen Einsatz des Implantates, von der Krankengymnastik, der Motivation und der Disziplin des Patienten. Die orthopädische Klinik im Schwandorfer Stadtteil Lindenlohe verfügt aufgrund hoher Fallzahlen über entsprechende Erfahrung beim Ersatz der großen Gelenke und setzt bei den OPs Navigationsverfahren ein, die den Operateur unterstützt und „Genauigkeit im mm-Bereich sicherstellt“, so der erfahrene Orthopäde und Unfallchirurg. Sowohl die Klinik als auch Prof. Graichen werden seit Jahren in den Focus-Bestenlisten geführt.

„Sind Rückenschmerzen normal?“, diese provokante Frage stellte Privatdozent Dr. Konstantinos Kafchitsas, Chefarzt für Wirbelsäulenchirurgie und Leiter des Wirbelsäulenzentrums Oberpfalz in den Raum. Jeder zweite Patient des Orthopäden, jeder vierte Patient des Hausarztes klagt über „Rücken“. 15 Prozent der Arbeitsunfähigkeitstage basieren auf diesem Beschwerdebild, das 50 Prozent der vorzeitigen Rentenanträge zugrunde liegt. Die geschätzten Behandlungskosten lägen bei ca. zehn Milliarden Euro pro Jahr. Neben den diagnostischen Notwendigkeiten zur Lokalisierung des auslösenden Problems erläuterte der Chefarzt die Behandlungsmöglichkeiten hinsichtlich konservativer und operativer Herangehensweise. Auch hier spiele die Erfahrung des Arztes eine große Rolle, so Kafchitsas.

Sehr bilderreich erläuterte Dr. Franz Jürgen Unterburger seinen Tätigkeitsbereich. Der Chefarzt für Anästhesie differenzierte zwischen den verschiedenen Narkose- und Betäubungsarten je nach operierter Körperregion von der Schulter bis zum Fuß. Zweiter großer Bereich seines Vortrages war die Schmerztherapie. Bereits vor der Operation werden Schmerzkatheter gesetzt, die den Patienten unnötige und mit unangenehmen Begleiterscheinungen verbundene Schmerzen „ersparen“ und in den ersten Tagen nach der Operation die Möglichkeit geben, Schmerz lindernde Mittel selbst zu dosieren. Kontrolliert wird diese Schmerzmittelgabe durch einen Computer, der eine eventuelle Überdosierung vermeidet.

„Bewegung bestimmt Leben und Lebensqualität.“ – Diese These stellte Dr. Markus-Johannes Rueth, Chefarzt für Sportmedizin und Sportorthopädie, in den Mittelpunkt seines im Sinne des Themas sehr dynamischen Vortrags. Das Ziel, „die Patienten wieder auf die Beine zu bringen“, erfordere, so Rueth, eine umfassende Ursachensuche. Wichtig sei die Differenzierung zwischen strukturellem Schaden und funktionellem Problem. Großes Interesse fanden zwei seiner umfassend erläuterten Themenschwerpunkte: Unter dem Begriff „Core Work Out“ erläuterte Rueth sinnvolle Trainingsmethoden für „Jedermann“. Zum häufigen Problem des Knorpelschadens im Knie stellte er die Möglichkeit der Reparatur durch Anzucht und Einsetzen des außerhalb des Körpers angezüchteten Eigenknorpels vor.

Abgerundet wurde die Vortragsveranstaltung durch zwei Stationen im Foyer: Am Stand des Hygienebeauftragten konnten die Besucherinnen und Besucher unter UV-Licht ausprobieren, ob ihre vermeintlich sauberen Hände auch wirklich sauber sind. Das Team der Physiotherapie schließlich zeigte einfache Übungen zum Training und zur Nachbehandlung gemäß dem Tagesmotto „Immer in Bewegung bleiben“.

Gründe für Schlafstörungen oft im Alltag zu finden

Dauerhafte Ein- und Durchschlafprobleme sind mehr als nur lästig: sie mindern die Leistungsfähigkeit und können schwerwiegende gesundheitliche Beschwerden nach sich ziehen. „Nicht jeder mag Schlafmittel nehmen. Das wird schnell zur Gewohnheit und löst vor allem nicht die Ursachen“, stellt die Ergotherapeutin Barbara Droth fest. Sie findet lieber die Gründe für die gestörte Nachtruhe heraus. An der Akademie des DVE (Deutscher Verband der Ergotherapeuten e.V.) gibt sie ihr Wissen zum Thema „Schlaf“ ebenso weiter wie Arbeitsmaterialien und Assessments, die sie dazu entwickelt hat.

Es ist ein noch junges Betätigungsfeld für Ergotherapeuten, sich um Menschen mit Schlafproblemen zu kümmern. Dabei liegt es auf der Hand, diese Berufsgruppe hier ins Boot zu holen: Ergotherapeuten fokussieren sich auf den Alltag ihrer Patienten und Klienten. Indem sie diesen bis ins kleinste Detail zerlegen, finden sie heraus, welche Störfaktoren den gesunden Schlaf verhindern. Und erarbeiten dann gemeinsam mit den Schlafsuchenden individuell für sie passende Möglichkeiten, den Alltag entsprechend zu verändern. Tagesprofil beleuchten So unterschiedlich wie jeder einzelne Mensch selbst ist auch sein Tagesablauf und die Aktivitäten und Aufgaben, die seinen Alltag prägen. „Oft sind die Menschen total überlastet und können ihre Leistungen nur schwer erbringen, wenn sie zu mir in die Praxis kommen“, zeichnet die Ergotherapeutin ein Patientenbild. Häufig leiden gestresste Manager, Menschen im Außen- oder Schichtdienst, Schüler und Studierende, Selbstständige oder generell Berufsgruppen, die unter allgemeinem oder Zeitdruck stehen, unter schlechtem Schlaf. Zum Ergründen der Ursachen lässt die Expertin ihre Klienten reden. Denn: „Zuhören ist das A & O“, sagt sie, und dass das für erfahrene Ergotherapeuten ein Analyseinstrument ist. Aus dem, was und wie ihr Gegenüber etwas von sich gibt, spüren sie heraus, in welchem Bereich sie zuerst nach dem Störfaktor suchen müssen. Ist es die Psyche, das Schlafverhalten, sind es Umgebungsfaktoren wie Bett, Lärm, Licht, der Beruf oder etwas ganz anderes?

Befindlichkeiten berücksichtigen „In puncto Schlaf sind die Betroffenen sehr sensibel“, weiß Droth zu berichten und fährt fort: „Manche haben eine Odyssee hinter sich, Hilfe bei unterschiedlichen Stellen gesucht. Oder Negatives erfahren“. Meist sind sie so sehr in der täglichen Tretmühle gefangen, dass sie selbst keine Möglichkeiten sehen, wie sie etwas verändern könnten. Auch stehen einige einer Beratung skeptisch gegenüber, weil sie Eingriffe in ihr Leben und Vorschriften befürchten. Bei Ergotherapeuten geht es jedoch nicht um Vorschriften oder um übergestülpte Lösungen. Ergotherapeuten arbeiten klientenzentriert, haben die Ziele ihrer Klienten im Blick und berücksichtigen deren Interessen, Fähigkeiten, Ressourcen, kurzum alles, was in diesem Individuum steckt.

Motivation verstärken Einfühlsam und verständnisvoll finden Ergotherapeuten wie Barbara Droth durch ihr spezielles Vorgehen heraus, wie sie den Veränderungswillen des Schlafsuchenden effektiv verstärken können. Sie fragen dann etwa nach den Prioritäten in dessen Leben. Außer dem Beruflichen sprechen sie insbesondere das soziale Umfeld, Partnerschaft, Kinder und Familie an. „Dann spüre ich ganz schnell, dass eine andere Wertigkeit entsteht, die Betroffenen trotz ihrer Resignation, die mit schlechtem Schlaf verbunden ist, Chancen erkennen. Manche sagen etwa: Ich möchte wieder mehr mit meiner Frau unternehmen. Oder: Ich möchte gesund bleiben für meine Kinder“, zitiert Droth ihre Klienten. Sobald diese erkannt und ausgesprochen haben, wofür sie morgens aufstehen, was den Sinn ihres Lebens ausmacht, ist die Motivation ungleich größer, etwas zu verändern.

Alltagstauglichkeit prüfen Gemeinsam mit dem Klienten eruiert die Ergotherapeutin dann, in welcher der drei Gesundheitssäulen Bewegung, Ernährung und Ruhe – inklusive Schlaf – als Erstes eine Veränderung gelingen kann. Denn am wenigsten können diese Menschen noch mehr Stress oder Zeitdruck vertragen. Das Ziel ist daher, dort anzusetzen, wo es demjenigen am leichtesten fällt. Und wofür er unkompliziert und im für ihn passenden Tempo Raum in seinem Alltag schaffen kann, um schrittweise gesundheits- und damit schlaffördernde Veränderungen einzubauen. Kann sich derjenige etwa damit anfreunden, sich mehr zu bewegen? Das kann zunächst etwas ganz Banales sein, vielleicht anstelle von Aufzügen oder Rolltreppen immer die Treppe zu nehmen, bei bestimmten Tätigkeiten wie Telefonieren zu gehen oder zu stehen. Es muss für den Einzelnen passen und sich ohne große Anstrengung in dessen Alltag integrieren lassen. Ist es gelungen, einfache Veränderungen im Alltag zu etablieren, kann es an die größeren Dinge gehen. Gemeinsam mit ihrem Klienten schauen sich Ergotherapeuten dann etwa besonders hektische Tage an, entwickeln Ideen, wie sich Aufgaben umstrukturieren oder bündeln lassen. So lässt sich das Tagesgeschäft leichter bewältigen und es entsteht mehr Freiraum für Zeit mit Familie und Kindern und für einen entspannteren Übergang in den Abend und die Schlafenszeit.

Details beachten Situationsbedingt verwendet Droth bewährte Erfassungsinstrumente wie etwa den Pittsburgh Schlafqualitätsindex, ein international bekannter Fragenkatalog für Schlafqualität. Zusätzlich hat sie eine Reihe weiterer Fragen ausgearbeitet, im Praxisgeschehen fortlaufend verfeinert und in eigene, spezielle Assessments zusammengefasst. Assessments sind Beurteilungsinstrumente, die sich auf die Beantwortung ineinandergreifender Fragen stützen. Fragen, die in die Tiefe gehen, um konsequent und beharrlich jede noch so kleine Einzelheit ans Tageslicht zu bringen. Am Beispiel einer Studierenden, die vor einer Prüfung stand, verdeutlicht die Ergotherapeutin, warum es sich lohnt, so vorzugehen. Die junge Frau hatte seit Monaten Probleme beim Einschlafen. Ein Zusammenhang zwischen ihren Einschlafproblemen und unterschwelligen, prüfungsbedingten Ängsten war naheliegend. Durch gründliches Hinterfragen ihrer täglichen Gewohnheiten kristallisierte sich jedoch heraus, dass es an etwas anderem lag. Sie trank bis in den Nachmittag hinein grünen Tee für mehr geistige Fitness. Außerdem ging sie, um ausreichend Schlaf zu bekommen, früh zu Bett, obwohl sie nicht müde war. Ihr war dies alles nicht bewusst, da sich ihr Fokus auf das Lernen und die bevorstehende Prüfung richtete. Sobald sie ihre Angewohnheiten änderte, verbesserte sich die Schlafqualität.

Informationsmaterial zu den vielfältigen Themen der Ergotherapie gibt es bei den Ergotherapeuten vor Ort; Ergotherapeuten in Wohnortnähe auf der Homepage des Verbandes im Navigationspunkt Service und Ergotherapeutische Praxen, Suche.

Bewegung und Krebs: Internationale Experten veröffentlichen Empfehlungen für Krebspatienten

Auch wenn Betroffene eine Krebserkrankung überstanden haben, können Krebstherapien unerwünschte Langzeitfolgen hinterlassen. Untersuchungen haben gezeigt, dass Krebspatienten von einer gezielten Bewegungstherapie vor, während und nach onkologischer Behandlung profitieren können, um ihre Fitness zu verbessern, körperliche Funktionen wiederherzustellen und die Lebensqualität zu verbessern. Ein internationales Konsortium unter Beteiligung des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg hat nun alle verfügbaren Daten zur Wirksamkeit von Sport und Bewegung bei Krebs ausgewertet und weltweite Empfehlungen für Betroffene veröffentlicht. Landesspezifische Vertreter sollen jetzt flächendeckend Bewegungsangebote in die Krebsnachsorge integrieren.

Moderne diagnostische und therapeutische Verfahren in der Onkologie haben es möglich gemacht, dass die Heilungsraten in den letzten Jahren stark angestiegen sind. So leben allein in Deutschland rund vier Millionen Menschen, die eine Krebserkrankung überstanden haben. Oft hinterlässt die Erkrankung aber Spuren, die den Alltag der Betroffenen beeinträchtigen können. Besonders häufig leiden Krebsüberlebende unter Erschöpfung, Schmerzen, Schlafstörungen, Ängsten, Sorgen, Bewegungseinschränkungen und Polyneuropathie. Studien haben gezeigt, dass gezielte Bewegungstherapie die physischen, psychischen und psychosozialen Einschränkungen onkologischer Patienten in der Nachsorge positiv beeinflussen können. "Trotz dieser positiven Erkenntnisse sind Bewegungsangebote für Krebspatienten in der Nachsorge noch längst nicht überall in Deutschland vorhanden und auch in den Leitlinien zur Nachsorge einzelner Krebsarten nur unzureichend verankert", berichtet Joachim Wiskemann, Sportwissenschaftler und Leiter der Arbeitsgruppe Onkologische Sport- und Bewegungstherapie am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg und Universitätsklinikum Heidelberg (UKHD).

Um das zu ändern, trafen sich internationale Experten im letzten Jahr in den USA zum "International Multidisciplinary Roundtable on Exercise and Cancer Prevention and Control", organisiert vom American College of Sports Medicine (ACSM). Während der zweitägigen Veranstaltung ging es darum, die Bewegungsempfehlungen für Krebsüberlebende basierend auf jüngsten Forschungsergebnissen zu überarbeiten. Als Vertreter für Deutschland war Joachim Wiskemann vom NCT Heidelberg/ UKHD Teil der Expertenkommission. Die gewonnenen Erkenntnisse veröffentlichten die internationalen Autoren in einem Bericht und erstellten anwendungsbezogene Trainingsempfehlungen. Landesspezifische Vertreter des internationalen Expertengremiums haben nun die Aufgabe, diese Empfehlungen in ihrem jeweiligen Land in die klinische Anwendung zu bringen.

In ihren Auswertungen kamen die Experten zu dem Schluss, dass körperliches Training und notwendige körperliche Tests für Krebsüberlebende sicher sind und dass jeder Betroffene Inaktivität vermeiden sollte. Darüber hinaus erstellten die Wissenschaftler und Ärzte eine Liste von krebsbezogenen Gesundheitsbeeinträchtigungen wie Angstzuständen, depressiven Symptomen, Müdigkeit, körperlicher Leistungsfähigkeit, Lymphödemen und Lebensqualität, bei denen Bewegung mit hoher klinischer Relevanz einen therapeutischen Nutzen für den Patienten darstellt. Dabei geben sie klare Empfehlungen für einzelne Krebsarten und die Bewegungsintervention differenziert nach Ausdauer- und/ oder Krafttraining, der Intensität, Dauer und Frequenz der Trainingseinheiten. "Bei krebsbedingten Beschwerden, die die Knochendichte oder den Schlaf betreffen, gibt es Hinweise, dass ein körperliches Training die Symptome mildern kann. Wir können jedoch noch keine detaillierten Trainingsempfehlungen auf der aktuellen wissenschaftlichen Grundlage geben. Ebenso begrenzt ist das Wissen noch zu kardiotoxischen Nebenwirkungen der Krebsbehandlung wie beispielsweise Herzinsuffizienz, zu Polyneuropathie, Schmerzen oder Übelkeit. Hier müssen noch weitere Forschungsarbeiten folgen, die die Wirksamkeit von Bewegungstherapie prüfen", sagt Wiskemann.

Die Empfehlungen der internationalen Expertenkommission richten sich an Patienten und alle, die in die Betreuung von onkologischen Patienten eingebunden sind. Ein besonderer Fokus liegt auf bewegungstherapeutischen Berufsgruppen, sowie Fitness- und Gesundheitsexperten. Joachim Wiskemann wird sich gemeinsam mit dem Deutschen Verband für Gesundheitssport und Sporttherapie e. V. (DVGS) dafür einsetzen, die Versorgung von Krebspatienten durch flächendeckende Bewegungsangebote in der Nachsorge zu verbessern. Das am NCT Heidelberg gegründete Netzwerk OnkoAktiv verfolgt diese Ziele bereits seit 2012. Der Verbund von Gesundheitseinrichtungen in der Region Rhein-Neckar, mit inzwischen drei überregionalen OnkoAktiv-Zentren in Frankfurt, Coburg und Hamburg, ermöglicht Krebspatienten wohnortnah ein qualitätsgesichertes sport- und bewegungstherapeutisches Angebot. "Wir wollen unter anderem mit Strukturen wie OnkoAktiv den Zugang zu betreuten Bewegungsinterventionen erleichtern und mehr Sportgruppen mit spezifisch geschulten Trainern aufbauen. Letztendlich sollte ein individuell angepasstes Bewegungstraining Teil jedes Nachsorgeplans für Krebspatienten sein", ergänzt Wiskemann.

Verletzungen des Sprunggelenks immer ärztlich abklären lassen

Umknicken, Stolpern, Stürzen: Verletzungen des Sprunggelenks gehören zu den häufigsten am Bewegungsapparat. Was nicht jeder weiß: Werden sie nicht oder unzureichend behandelt, können sie schwerwiegende Folgen nach sich ziehen. Dazu gehören etwa eine dauerhafte Instabilität des Gelenks mit häufigem Umknicken sowie eine schmerzhafte Arthrose, die schlimmstenfalls bereits in jungen Jahren auftritt. Deshalb sollte jede Sprunggelenkverletzung von Orthopäden und Unfallchirurgen abgeklärt und leitliniengerecht versorgt werden.

Dies beinhaltet auch Maßnahmen, um erneute Verletzungen zu vermeiden, etwa das Tragen von Hilfsmitteln wie Einlagen, Tapes und Orthesen, oder das Training der Koordinationsfähigkeit und Balance. Warum Verletzungen des Sprunggelenks so häufig sind, wie man ihnen vorbeugen kann sowie neueste Erkenntnisse zu ihrer Behandlung sind Themen auf dem Deutschen Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2019) und Gegenstand einer Kongress-Pressekonferenz am Mittwoch, dem 23. Oktober 2019 in Berlin.

Das Sprunggelenk ist essentiell für alle Lauf- und Sprungbewegungen. Gleichzeitig ist es besonders verletzungsgefährdet: „Bereits wenige Grad Abweichung von der normalen Gelenkstellung können ausreichen, um eine Verletzung auszulösen. Risikosituationen sind insbesondere Sprunglandungen, schnelle Richtungswechsel und das Laufen auf unebenem Gelände“, sagt Professor Dr. med. Benita Kuni, Fachärztin für Orthopädie und Unfallchirurgie am Ortho-Zentrum Karlsruhe. So berichten in Umfragen 70 Prozent der Allgemeinbevölkerung, im Laufe ihres Lebens mindestens eine Sprunggelenkverletzung erlitten zu haben. In der Mehrzahl kommt es hier durch das typische Umknick-Trauma zu einer Zerrung. Brüche des oberen Sprunggelenks sind bei Erwachsenen die häufigsten Frakturen am Unterschenkel.

„Jede Verletzung des Sprunggelenks gehört in kompetente fachärztliche Hände“, betont die Expertin. „Das Ausmaß der Verletzung sollte immer minutiös untersucht werden.“ Je nach Schweregrad können auch Röntgen und weitere bildgebende Verfahren nötig werden. Der Sprunggelenkkomplex sollte zur Ausheilung einer Kapsel-Bandverletzung ausreichend lange mit einer geschnürten Orthese stabilisiert werden. Nach einer Fraktur, aber auch bei einer weiterbestehenden Gelenkinstabilität, besteht das Risiko, einen vorauseilenden, also frühzeitigen Gelenkverschleiß zu entwickeln. Zu den ersten Symptomen gehören Beschwerden, etwa beim Treppensteigen oder beim Gehen auf unebenem Grund.

Auch wenn es nicht immer möglich ist, das Gelenk vollständig und anatomisch korrekt wiederherzustellen, sollte doch alles getan werden, um Folgeschäden möglichst gering zu halten. Dazu gehört auch, die Risikofaktoren für eine Verletzungsanfälligkeit des Sprunggelenks zu minimieren: Übergewicht abbauen, neuromuskuläres Training sowie die Korrektur von Gelenkfehlstellungen und Instabilitäten durch Einlagen, Orthesen, Eigenübungen und Physiotherapie. „Dabei sollten, soweit möglich, zunächst immer alle konservativen Möglichkeiten der Therapie ausgeschöpft werden“, sagt Dr. med. Thomas Möller, DKOU-Kongresspräsident des Berufsverbandes für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU) aus Speyer.

„Eine enge Vernetzung zwischen den Notfallambulanzen, den Hausärzten und den niedergelassenen Fachärzten für Orthopädie und Unfallchirurgie ist wesentlich, um sowohl die umfassende Erstversorgung als auch eine angemessene Anschlussbehandlung sicherzustellen“, resümiert Kuni. „Die Überprüfung des Heilungsverlaufs und der Akzeptanz einer Hilfsmittelversorgung sollte engmaschig erfolgen, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen.“